Artikel 14 der UN-Kinderrechtskonvention:
Die Staaten achten das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Gedanken-, Gewissens-, und Religionsfreiheit. Das heißt, sie entscheiden selbst, was sie glauben, denken und am Besten finden.
In der Pfarre Naturns wählen die Jugendlichen selbst, zu welchem Zeitpunkt sie das Sakrament der Hl. Firmung empfangen. Viele entscheiden sich für einen fünfjährigen Vorbereitungsweg auf dem sie von einer Gruppe engagierter Erwachsener begleitet werden, um mit 18 Jahren zum Pfingstfest den Hl. Geist zu empfangen und so ihre persönliche Entscheidung zum christlichen Glauben zu bestärken.
Die katholische Kirche regelt im Kirchenrecht (Codex juris canonici) die Rechte und Pflichten aller getauften Katholiken. Wer die Taufe empfangen hat, hat das Recht und auch die Pflicht, nach entsprechender Vorbreitung das Sakrament der Firmung zu empfangen. Das Alter für die Firmung ist nicht genau festgelegt.
In den Diözesen Europas werden normalerweise Kinder zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr (Mittelschulalter) zur Firmung geführt. In der Diözese Bozen-Brixen (Südtirol) gibt es eine Pfarrgemeinde (Dekanatspfarre Naturns), die es seit Jahren den Jugendlichen zur eigenen Entscheidung freistellt, ob sie im Mittelschulalter die Firmung empfangen wollen oder ob sie einen gemeinsamen 5-jährigen Vorbreitungsweg machen wollen und erst mit ca. 18 Jahren die hl. Firmung empfangen.
In den letzten Jahren haben sich die meisten Jugendlichen dieser Pfarrgemeinde für den 5-jährigen Weg entschieden.
Die Firmung der ca. 18-jährigen Firmlinge jeweils beim Hauptgottesdienst am Pfingstsonntag oder Pfingstmontag gestaltet sich als ein beeindruckendes Fest für die ganze Pfarrgemeinde.
Die jugendlichen Firmkandidaten selbst nehmen sehr achtsam und bewusst ihre Firmung wahr. Zum größten Teil sprechen sie auch sehr positiv über die Erfahrungen, die sie in Zusammenhang mit der mehrjährigen Vorbreitung gemacht haben und über die gute Gemeinschaft untereinander, die dadurch zwischen ihnen entstanden ist.
Der freien Entscheidung der jungen Leute für den verlängerten Vorbreitungsweg und die Firmung mit 18 Jahren kommt in Naturns ein kleines Team sehr engagierter Erwachsener entgegen, das zusammen mit dem Ortsseelsorger die Jugendlichen mit viel religionspädagogischer Einfühlung begleitet.
Die Kommission für Katechese der Diözese Bozen-Brixen arbeitet schon länger an einem Konzept für die „Firmung ab 18“. Das Ziel ist es immer mehr Jugendliche dazu zu bewegen, sich mit ihrem Glauben auseinander zu setzen und sich bewusst für ihre Religion zu entscheiden.
Verena Bertignoll (KJS)




