Artikel 34 der UN-Kinderrechtskonvention:
Die Staaten schützen die Kinder und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch und Ausbeutung.
 
Ein Buch und ein Puppentheater über den Pinguin Leo bilden die Grundlage für das Projekt der Sozialgenossenschaft Il Gemoglio/Sonnenschein, um bereits kleine Kinder in angemessener Form auf die Gefahren sexuellen Missbrauchs aufmerksam zu machen. Die Kleinsten sollen mit Leo lernen, wie sie sich selbst schützen können.

Lehren wir die Kindern sich selbst zu schützen!

Das Puppentheater „Der Pinguin namens Leo“
Eine Präventionsmaßnahme gegen sexuellen Missbrauch an Kindern

Ein Buch und ein Puppentheater über den Pinguin Leo bilden die Grundlage für das Projekt der Sozialgenossenschaft Il Gemoglio/Sonnenschein, um bereits kleine Kinder in angemessener Form auf die Gefahren sexuellen Missbrauchs aufmerksam zu machen. Die Kleinsten sollen mit Leo lernen, wie sie sich selbst schützen können.

Das Projekt „Pollicino“ das von der Sozialgenossenschaft Il Gemoglio/Sonnenschein ausgearbeitet wurde und vom Amt für Familie, Frau und Jugend unterstützt wird, umfasst verschiedene Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt, Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen.
Eine dieser Maßnahmen stellt das Puppentheater „Der Pinguin namens Leo“ dar, welches die Geschichte aus dem Buch „Hände weg! Der kleine Pinguin Leo lernt sich zu verteidigen“  aufgreift.
Wir wissen dass der Missbrauch von Kindern in einem großen Prozentsatz der Fälle durch Personen geschieht, die dem Kind bekannt sind und ihm oftmals sehr nahe stehen. Insofern ist Prävention hier schwieriger, denn die klassischen Verbote wie “Geh nicht mit Fremden mit” nützen wenig. Sinnvolle Prävention muss Kinder stark machen, sie in die Lage versetzen, sexuelle Übergriffe zu erkennen, einzuordnen und sich dagegen zu wehren, das heißt, sich selbst zu schützen.

Buch und Puppentheater wurden für Kinder im Alter zwischen 5 und 7 Jahren entwickelt und richten sich somit an Kinder im letzten Kindergartenjahr und der ersten Grundschulklasse.
Auf Anfrage des Kindergartens oder der Schule wird das Puppentheater (DVD) dort aufgeführt. Die Präventionsmaßnahme kann kostenlos in Anspruch genommen werden und steht sowohl in italienischer als auch in deutscher Sprache zur Verfügung.  
Im Anschluss an die Präsentation des Puppentheaters werden mit den Kindern einzelne Botschaften der Geschichte aufgegriffen und durch spielerische Angebote erlebbar gemacht.
Vor der Aufführung finden Treffen mit den ErzieherInnen/LehrerInnen und den Eltern der Kinder statt, um ausführliche Informationen zum Inhalt und zum präventiven Ansatz zu vermitteln und eventuelle Zweifel und Befürchtungen zu besprechen.

Folgende sieben präventive Botschaften sollen den Kindern durch dieses Angebot in altersgemäßer Form nahegebracht werden.
1. Über Deinen Körper bestimmst du allein
Du hast das Recht zu bestimmen, wie, wann und wo du angefasst werden möchtest.
2. Du kannst Deinen Gefühlen vertrauen
Es gibt angenehme Gefühle, da fühlst du dich gut und wohl. Seltsame und unangenehme Gefühle sagen dir, dass etwas nicht stimmt. Wir sind froh, wenn du mit uns über deine Gefühle sprichst, auch wenn es schwierige Gefühle sind.
3. Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen
Es gibt Berührungen, die sich gut anfühlen und richtig glücklich machen. Es gibt aber auch solche, die verwirrend und seltsam sind und Angst auslösen oder sogar weh tun. Niemand hat das Recht dich in dieser Weise zu berühren auch nicht Menschen, die du gern hast.
4. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse
Es gibt gute Geheimnisse, die Freude bereiten und spannend sind (z. B. Geburtstagsüberraschungen). Schlechte Geheimnisse, sogenannte "Bauchwehgeheimnisse" fühlen sich schwer und unheimlich an, sie machen Angst. Solche Geheimnisse sollst du weitersagen, auch wenn du versprochen hast, es nicht zu tun.
5. Du hast das Recht, NEIN zu sagen!
Lass uns überlegen, in welchen Situationen es schlecht sein könnte einem Erwachsenen zu gehorchen.
6. Sprich darüber und suche Hilfe
Wenn dich ein unheimliches Geheimnis oder Problem belastet, bitte ich dich, es mir oder einer anderen Person, der du vertraust, zu erzählen. Höre nicht auf zu erzählen, bis dir geholfen ist.
7. Du bist nicht schuld!
Falls du gelernt hast, dich zu wehren und trotzdem sexuell ausgebeutet wirst - du bist nicht schuld; auch wenn du immer wieder hörst, du seiest schuld! Die Verantwortung liegt immer beim Erwachsenen.

Die Geschichte

In der Geschichte geht es um Leo, einen kleinen Pinguin, der für sein Leben gerne Schlittschuh fährt. Eines Tages wird er von einem älteren Pinguin angesprochen: er macht ihm Komplimente über seine Eislaufkünste und verspricht ihm ein paar neue Schritte beizubringen, die ihn sicherlich zu einem großen Meister werden lassen. Leo ist begeistert und findet den Herrn sehr nett und  ihm scheint, dass er sich mit der Eislaufkunst gut auskennt. Herr Max taucht nun immer öfter am Schlittschuhplatz auf und beobachtet Leo. Der kleine Pinguin hat das Gefühl, dass endlich jemand seine Vorliebe fürs Eislaufen teilt. Eines Tages bietet ihm Herr Max an, diese besonderen Eislaufschritte zu zeigen und Leo, neugierig wie alle Kinder, lässt sich darauf ein. Allerdings entfernen sie sich dabei vom Eislaufplatz und den anderen Leuten, so dass sie auf einmal ganz alleine sind. Plötzlich nähert sich Herr Max Leo immer mehr, wobei er ihn mit seinen Federn überall ein bisschen berührt, dabei ein wenig drückt und zu nahe kommt. Leo merkt, dass irgendetwas Komisches vor sich geht und fühlt sich nun überhaupt nicht mehr wohl in der Gegenwart dieses Herrn. Er fühlt sich alleine, hat Angst und mit all seiner Kraft gelingt es ihm, wegzulaufen und laut ein „Nein!!“ und „Hilfe“ zu schreien.
Zu Hause angekommen wartet Mutter Pinguin bereits auf Leo und schimpft, weil er in Verspätung ist. Leo schämt sich sehr über das Vorgefallene und erzählt der Mutter zuerst nichts. Allerdings bemerkt sie, dass etwas mit ihm nicht stimmt und will wissen, was los ist. So beginnt Leo seiner Mutter alles zu erzählen, hat aber große Angst, dass nun seine Mutter wütend auf ihn ist. Aber das Gegenteil passiert- die Mutter nimmt ihn in den Arm und beruhigt ihn und sagt, dass er gut getan hat wegzurennen, denn dieser Herr hat nicht das Recht, ihn zu berühren und vor allem hat er gut getan, ihr alles zu erzählen.
Die Geschichte endet damit, dass der ältere Herr am nächsten Tag vom ganzen Dorf vertrieben wird und dass man ein großes Fest feiert.

Weitere Informationen
 
(Verena Bertignoll, KJS)